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Stephan Boltz und Valentin Hartmann

bordbar – gestern Köln, heute die ganze Welt

Ursprünglich sind Trolleys in Flugzeugen im Einsatz: Flugbegleiter nutzen die Boxen mit Rollen als hilfreiche Ablagesysteme, um die Fluggäste zu versorgen. Aus diesen gebrauchten Flugzeugtrolleys stellt „bordbar“ am Kölner Firmensitz einzigartige Designermöbel her. „bordbar“ baut die Einzelteile selbst zusammen und ändert das Innenleben: Es gibt Trolleys mit Schneidebrett für die Küche, mit Registerauszug für das Büro und mit LED-Leuchten als Weinregal. Rund 130 Trolleys gehen jeden Monat über den Ladentisch, je nach Modell zu Preisen zwischen 300 und 2.000 Euro. Großunternehmen nutzen die Trolleys für Messen, Promotion und Marketing. Zugleich schmücken die Designer-Möbel Privatwohnungen von nationalen und internationalen Kunden.

Im Laufe der Jahre hat sich „bordbar“ einen internationalen Kundenstamm aufgebaut: „Wir hatten bereits zu Beginn Kunden in ganz Europa. Heute vertreiben wir unsere Produkte flächendeckend auf der ganzen Welt, dank eines weltweiten Vertriebsnetzes mit Handelspartnern auf jedem Kontinent“, erklärt der Unternehmensgründer Stephan Boltz. Dabei haben sich im Laufe der Zeit auch die Vertriebskanäle geändert: „Anfangs verkauften wir unsere Produkte vor allem online, heute ist der Möbelhandel ein weiteres starkes Standbein“, so Valentin Hartmann, zweiter Geschäftsführer des Unternehmens.

Abflug in die Gewinnzone
Bereits ein Jahr nach der Gründung konnte „bordbar“ den ersten großen Kunden an Land ziehen. Als im Juni 2007 ein Artikel in der IHKplus, dem Magazin der IHK Köln, über das Start-up erschien, wurde die Lufthansa AG aufmerksam. Das Unternehmen bestellte die ersten Trolleys für den Lufthansa „World Shop“, ein Online-Shop, der Produkte rund ums Reisen anbietet. Das Auftragsplus machte einen zweiten Geschäftsführer nötig: 2008 holte Stephan Boltz Valentin Hartmann an Bord, mit dem er bereits während des Studiums an der Fachschule des Möbelhandels in Köln erste Schritte in die Selbstständigkeit unternommen hatte: „Damals verkauften wir noch alte Kinosessel, die wir in meiner 20 Quadratmeter großen Studentenbude unterbrachten. Später diente dann eine Scheune in Köln-Poll als Lagerhalle.“

Kreativität findet Marktnische
Heute befindet sich der Firmensitz des mittlerweile sechs Mitarbeiter starken Unternehmens in Köln-Ehrenfeld. In diesem Stadtteil liegen auch die neuen, größeren Produktions- und Lagerräume. Die Vergrößerung war notwendig, weil Boltz und Hartmann nicht mehr nur auf gebrauchte Trolleys setzen, sondern heute aufgrund der starken Nachfrage auch neue Produkte ordern.

„Wir haben immer weiter am Design gefeilt und damit auch an den Nutzungsmöglichkeiten“, so Hartmann. Dank ihrer Kreativität konnte sich „bordbar“ eine echte Marktnische erschließen und dadurch neue Kundensegmente gewinnen. So hat „bordbar“ aktuell 450 Flugzeugtrolleys an die Fluggesellschaft „Air Berlin“ verliehen. Die Designmöbel sind in den Sommermonaten auf den Flügen im Einsatz und können im Herbst als gebrauchte Trolleys wieder online bei „bordbar“ bestellt werden.

Strategisch gut beraten
„bordbar“ ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Existenzgründung. Dabei setzten die Jungunternehmer in verschiedenen Unternehmensphasen auf die Beratung der STARTERCENTER NRW, die 83 Mal in ganz NRW vertreten sind. Auch die Region Köln hat ein engmaschiges Netz an STARTERCENTERN NRW bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln, der Handwerkskammer zu Köln und der Wirtschaftsförderung der Stadt Köln. „Das STARTERCENTER NRW bei der IHK Köln war erste Anlaufstelle bei unserer Gründung und hilfreicher Ansprechpartner, als sich Änderungen der Zollbestimmungen ergaben.“ Umso mehr freut es die beiden bordbar-Geschäftsführer, dass sie die neuen Gesichter der Gründerkampagne „Wir machen Gründer groß“ sind: „Wir sind gerne selbstständig, weil uns die Arbeit Spaß macht. Mit dieser positiven Grundhaltung möchten wir auch anderen Gründern Mut machen – vor allem in der Region Köln. Köln ist eine tolle Stadt. Wir sind Wahl-Kölner und auch die Internationale Einrichtungsmesse imm Cologne findet hier statt. Es macht also auch strategisch Sinn.

Nachgefragt bei den „bordbar“-Geschäftsführern Stephan Boltz und Valentin Hartmann

Wie ist die Gründung entstanden?
Wir kennen uns von unserem Studium an der Möbelfachschule in Köln. Wir waren auf einer Wellenlänge, was das Thema Einrichtung anging, und haben bereits während des Studiums alte Kinosessel, Blechspinde von der Bundeswehr und OP-Leuchten verkauft. Alles Dinge aus dem gewerblichen Umfeld, die für die eigenen vier Wände umfunktioniert wurden. Da waren auch Flugzeugtrolleys dabei, die viel Potenzial für die äußere Gestaltung mitbrachten. Die Trolleys wurden stark nachgefragt. Deshalb haben wir uns schließlich nur noch auf sie konzentriert.

Welche Tipps und Empfehlungen können Sie anderen Gründern geben?
Gründer sollten ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt der Unternehmensgründung haben und voll hinter der eigenen Idee stehen. Daneben sollte das Wachstum eines Unternehmens bewusst gesteuert werden. Wir sind einen Schritt nach dem anderen gegangen. Natürlich stellt unser exklusives Produkt auch besondere Anforderungen an Marketing und Vertrieb: „bordbar“ produziert keine Massenware. Deshalb sind wir auch nach fünf Jahren noch exklusiv und eben noch nicht überall bekannt. Nicht zuletzt wird jeder Kunde einzeln umsorgt, egal ob Einzelkunde oder große Firma. Zugleich ist echtes Teamwork wichtig. Als Geschäftsführer ergänzen wir uns optimal. Der eine hat größeres betriebswirtschaftliches Know-how und ist für Finanzen und Zahlen zuständig. Der andere kümmert sich um Produktion, Planung und Umsetzung. Wir haben uns gesucht und gefunden und ergänzen uns optimal.

Gab es Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit?
Es ist eine Erfolgsgeschichte von der Studentenbude zur eigenen Firma. Aber natürlich hatten wir mal Probleme. Uns ist ein großer Auftrag geplatzt und die Ware kam nicht. Dadurch haben wir Geld verloren. Daraus haben wir gelernt. Wir hätten den Auftrag doppelt checken und nicht einfach aus dem Bauch heraus handeln sollen. Eine gesunde Skepsis ist wichtig. Man darf nicht blauäugig in die Selbstständigkeit gehen. Das Geschäft kann auch ein Haifischbecken sein, wenn es ums Geld geht.