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Carsten Grünewälder

Carsten Grünewälder

„Service“ ist das Zünglein an der Waage

24 Stunden und 365 Tage im Jahr ist Carsten Grünewälder für seine Kunden erreichbar: „Bäcker, Metzger und viele Industriebetriebe arbeiten auch nachts. Sie brauchen sofort Hilfe, wenn die Waage ausfällt. Schließlich muss der Betrieb weiterlaufen“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer der C. Grünewälder Waagentechnik in Wuppertal. Damit hebt sich der 33-Jährige von der Konkurrenz ab.

Service ist deshalb das stärkste Standbein der C. Grünewälder Waagentechnik. Das Unternehmen übernimmt Wartung, Eichung, Reparatur und Umbau der Waagen und fährt dafür durch ganz Deutschland: „Wichtigster Standort ist Nordrhein-Westfalen mit seiner starken Industrie. Wir arbeiten aber auch im gesamten Bundesgebiet bei den Kunden vor Ort“, erklärt Carsten Grünewälder. Daneben gehören auch Verkauf, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Neuwaagen zum Portfolio des Unternehmens – und das europaweit. Brauchen die Kunden aus den Bereichen Labor, Medizin, Handel und Industrie ganz spezielle Waagen, baut der Wuppertaler das passende Gerät auch schon mal selbst, maßgeschneidert auf die jeweiligen individuellen Anforderungen. Auch hier ist der Kunde König. Steht vor allem bei Inventuren ein erhöhter Bedarf an Waagen an, leihen sich die Kunden die nötigen Geräte: „Schließlich ist es kostengünstiger, einen Karton zu wiegen als drei Angestellte zählen zu lassen“, erläutert der Jungunternehmer.

2009 gründete Carsten Grünewälder sein Unternehmen. Schon länger hatte er mit der Idee, sich selbstständig zu machen, geliebäugelt. Schließlich blickt der Jungunternehmer auf mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich zurück und kannte die Marktsituation. Im Anschluss an seine Ausbildung zum Mechatroniker arbeitete Grünewälder als Wägetechniker im Service. Neben dem Beruf bildete er sich vier Jahre an der Fachhochschule für Technik in Wuppertal zum staatlich geprüften Techniker weiter. Zusätzlich absolvierte er zeitgleich eine Ausbildungseignerprüfung. Aber erst als Carsten Grünewälder mitten in der Wirtschaftskrise 2009 arbeitslos wurde, fand er die nötige Motivation für die Gründung seines eigenen Unternehmens

„Beim Arbeitsamt dachte man zunächst, ich hätte lediglich ein Auge auf die Förderung geworfen. Aber mein Businessplan war bereits durchdacht und damit konnte ich sie überzeugen“, sagt er heute rückblickend. Der Gründerkurs beim STARTERCENTER NRW Wuppertal-Solingen-Remscheid bei der Industrie- und Handelskammer war dennoch hilfreich, erzählt der Gründer: „Die Informationen zum Thema Recht haben mir weitergeholfen und auch grundlegende Fakten zur Rechnungsstellung waren wichtig.“ In Sachen Betriebswirtschaft setzt der 33-Jährige vor allem auf die eigene Familie. Seine Frau ist gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau und unterstützt den Unternehmer auch mental: „Ohne sie würde es nicht gehen“, ist Grünewälder überzeugt.

Eine Hürde musste der Gründer beim Thema Finanzierung nehmen. Nicht jede Bank vergibt in Krisenzeiten Kredite. Auf die eigene Hausbank konnte sich Grünewälder allerdings verlassen. Dabei ging der Existenzgründer zu Beginn ganz bewusst vorsichtig vor: Mit einem kleinen Kredit wurden erste Investitionen getätigt.

Dazu gehörten ein eigener Lkw und mehrere in der Anschaffung kostspielige Prüfgewichte. Auch die Räumlichkeiten waren zunächst bescheiden. Ein Nebenzimmer im eigenen Haus diente als Unternehmensstandort. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. C. Grünewälder Waagentechnik profitierte dabei von der Wirtschaftskrise: „Der Umsatz ist von 2009 bis 2010 rasant gestiegen. Das ist natürlich außergewöhnlich“, berichtet Grünewälder von seinen Anfangsjahren. „Ich bin als Einzelkämpfer gestartet und konnte dadurch bessere Konditionen einräumen als große Unternehmen. Meine Kunden wollten in der Krise eben sparen und das konnten sie am besten durch unseren zuverlässigen Service zu kleinen Preisen.“

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz weiter an. Seinen Sitz hat das Unternehmen mittlerweile in einem ehemaligen Ladenlokal im eigenen Haus – eine große Werkstatt ist daran angeschlossen. Aber auch diese Räumlichkeiten werden langsam zu eng, eine Erweiterung ist bereits geplant. Die Auftragslage ist sogar so gut, dass der Waagen-Experte einen Mitarbeiter einstellen konnte. In die Zukunft blickt er folglich positiv: „Gewogen wird schließlich immer“, freut sich der erfolgreiche Jungunternehmer.

Nachgefragt bei Gründer Carsten Grünewälder

Würden Sie auch anderen raten, sich in einem technischen Spezialbereich selbstständig zu machen?

Ich kann gründungsinteressierten Technikern durchaus raten, sich selbstständig zu machen. Allerdings sehe ich eine umfassende Berufserfahrung und ein sehr gutes technisches Know-how als unbedingt notwendige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit.

Welche Empfehlungen würden Sie Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Ich kann Gründern nur empfehlen, zu Beginn einen richtig guten Businessplan zu machen und diesen auch selber zu schreiben. Es kommt bei den Banken gut an, wenn man sich selber Gedanken gemacht und sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat: Wie sieht das Konzept aus? Welche Zielgruppen habe ich und wie will ich die erreichen? Wo liegen meine Verdienstmöglichkeiten? Außerdem sollte man vor allem im Vertrieb souverän auftreten. Gründerinnen und Gründer müssen sich ihrer Sache wirklich sicher und vom eigenen Produkt überzeugt sein.

Was waren die größten Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Es war lediglich schwierig, in der Krisenzeit einen Kredit zu bekommen. Aber meine Hausbank hat mich unterstützt – und das besonders schnell. Ich bin zunächst in kleinen Schritten vorangegangen und habe mit einem kleinen Kredit die ersten Investitionen finanziert. Erst später habe ich weitere Investitionen getätigt, um zu wachsen. Es ist unheimlich wichtig für Gründer, gut wirtschaften zu können. Nicht alle Einnahmen können gleich in die eigene Tasche wandern. Die gesetzten Ziele müssen auch erreichbar sein.